© iStock.com/Mariakray

Nachsorge

Arbeitszeugnis

Es wird unterschieden zwischen einem Zwischenzeugnis und einem Beendigungszeugnis:

Zwischenzeugnis

Ein Zwischenzeugnis wird während des Bestehens des Arbeitsverhältnisses, oftmals auch während des Laufs der ordentlichen Kündigungsfrist erteilt.

Ein berechtigtes Interesse und daher einen Anspruch auf Erteilung eines Zwischenzeugnisses hat der Arbeitnehmer z.B. nach Erhalt einer Kündigung aber auch bei einem Vorgesetztenwechsel.

Beendigungszeugnis

Endet das Arbeitsverhältnis, so hat der Arbeitnehmer Anspruch auf ein sog. Beendigungszeugnis. Dies ist in § 630 BGB sowie § 109 der Gewerbeordnung geregelt.

Ein sog. qualifiziertes Arbeitszeugnis (egal ob Zwischen- oder Beendigungszeugnis) muss vollständig und wohlgeordnet sein. Dies bedeutet u.a., dass es alle Beurteilungsparameter (Arbeitsmotivation, Arbeitsbefähigung, Fachkenntnis, Arbeitsweise, Arbeitserfolg, Sozialverhalten) enthalten muss.

Fehlen Beurteilungsparameter, so ist Arbeitnehmern zu empfehlen, vom Arbeitgeber eine Zeugniskorrektur zu verlangen. Zudem ist in diesem Zusammenhang darauf zu achten, ob auch alle Hauptaufgaben im Zeugnis erwähnt wurden.

Gerade die Benotung und damit einhergehend die Beurteilung der Leistungen und Erfolge des Arbeitnehmers ist oftmals Anlass für Streit zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern bzw. für eine Zeugniskorrektur; denn meint der Arbeitnehmer, er sei zu schlecht beurteilt worden, so kann er beim Arbeitgeber eine Zeugniskorrektur geltend machen. Allerdings gelten hierbei folgende Grundsätze:

Die Note 3 (befriedigend) ist eine nicht zu beanstandende Durchschnittsleistung. Der Arbeitgeber muss nicht beweisen, dass die Leistungen der Note befriedigend entsprechend. Beurteilt er den Arbeitnehmer aber schlechter als mit der Note 3, muss er darlegen und beweisen, wie diese Beurteilung gerechtfertigt ist. Meint der Arbeitnehmer hingegen, dass seine Leistungen mit der Note gut oder sehr gut beurteilt werden müssen und hat der Arbeitgeber sie z.B. mit der Note befriedigend beurteilt, so muss der Arbeitnehmer darlegen und beweisen, dass seine Leistungen der Note gut oder sehr gut entsprechen.

Das Geburtsdatum und der Beendigungsgrund sind nur auf Wusch des Arbeitnehmers im Zeugnis aufzunehmen. Gleiches gilt insbesondere bei ausländischen Arbeitnehmern für den Geburtsort, allerdings sind hier die Einzelfallumstände entscheidend.

Wir unterstützen Arbeitnehmer gerne, wenn es darum geht, dass das Zeugnis vom Arbeitgeber erteilt wird, es zu prüfen oder Korrekturansprüche geltend zu machen.

Wir beraten Sie gerne. Sie erreichen uns unter

Urlaubsabgeltungsanspruch

Kann der Urlaub wegen der Beendigung des Arbeitsverhältnisses ganz oder teilweise nicht mehr genommen werden, ist er vom Arbeitgeber abzugelten, d. h. auszuzahlen. Dies ist in § 7 Abs. 4 des Bundesurlaubsgesetzes geregelt.

Gerne machen wir den Urlaubsabgeltungsanspruch für Sie geltend!

S. Reichert-Hafemeister